Tempel-Besuch in der Momonen-Stadt St. George

Die Kleinstadt St. George in Süd-Utah wurde 1850 vom Mormonen-Führer Brigham Young gegründet, um eine eigene Baumwollproduktion aufzubauen. Da es nie gelang, die Baumwolle zu konkurrenzfähigen Preisen zu produzieren, wurde der Versuch bald aufgegeben. Im April 1877 wurde in der Stadt der älteste betriebene Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“) in Betrieb genommen. Da der Tabernakel heute keine geweihte Kirche mehr, sondern ein Konzertlokal ist, kann er auch von Nicht-Mormonen (wie uns) besucht werden. Über die Besucher wacht das Auge Gottes. In St. George befindet sich auch das historische Wohnhaus von Brigham Young, der hier wegen seiner sich verschlechternden Arthritis die Wintermonate verbrachte. Das Wohnhaus ist heute ein Museum.

Die weitere tragische Geschichte des Ortes:

Als am 19. Mai 1953 auf dem Nevada Test Site der Kernwaffentest Harry explodierte, kam es im 160 km entfernten St. George zu radioaktivem Niederschlag. Die Bewohner berichteten über einen „seltsamen metallischen Geschmack in der Luft“. Ein Bericht der United States Atomic Energy Commission von 1962 fand heraus, dass die Schilddrüsen der Kinder aus St. George Strahlungsdosen von 1,2 bis 4,4 Gray ausgesetzt waren.

1954 wurden in St. George die Außenaufnahmen des Films Der Eroberer mit John Wayne in der Hauptrolle gedreht. 30 Jahre später waren 90 Mitglieder des 220-köpfigen Filmteams an Krebs erkrankt, 1981 waren bereits 46 der Beteiligten gestorben.

In den 1980er Jahren erlebte St. George einen Aufschwung als Ruhestandsdomizil für die Menschen aus den Metropolen Utahs, dann als Ausgangspunkt für Touristen auf dem Weg zum color country und zuletzt als Verkehrsknotenpunkt.

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